Let’s talk about sex (and business)

„Sexualtherapie und Business Coaching – das passt doch nicht zusammen. Da musst du dich entscheiden!“ So mein Umfeld. Wie sehr es passt, zeigte im vergangenen Juni die Titelstory der Wirtschaftswoche zum Thema Work und Love-Balance. Erfolg macht sexy und guter Sex erfolgreicher, so die These. Doch leider bleibt oft keine Zeit mehr für die schönste Sache der Welt.

Sex ist ein Wundermittel. Man muss es nur tun – und Lust haben. Einfacher gesagt als getan trotz Tinder für Singles und inoffiziell Polygame. Wer viel arbeitet, ist abends oft erschöpft – oder der Partner ist es, auch wenn man selbst noch eine kleine Kraftreserve in sich spürt. Die einst dagewesene Lust auf den anderen weicht der Lustlosigkeit. Doch Lust braucht Zeit. Und die haben wir in unseren voll gefüllten Leben oft nicht mehr.

Wer keinen Sex hat, vermisst ihn oft nicht mal. Und manch eine(r) bleibt länger im Büro als nötig, weil es zu Hause knirscht. Dabei ist für die meisten Paare Sex zentrales Kriterium einer Liebesbeziehung. Und vieles spricht dafür regelmäßig Sex zu haben: den anderen zu berühren, berührt zu werden, nackter Körperkontakt, gemeinsame Inseln schönster Erotik im Alltagsleben zu besuchen. Sex stärkt das Immunsystem, das Selbstwertgefühl und die Beziehung. Sex baut Stress ab, befriedigt und befreit. Ist Energiequelle und Halt.

Wenn Sex wieder ins Leben kommt, spürt man seine Kraft und diese Kraft macht nicht im Bett halt. Sie beflügelt das gesamte Leben. Herausforderungen im Job sind leichter zu meistern, man fühlt sich ausgeglichener, gestärkt und geliebt. Erfolgserlebnisse im Beruf beflügeln auch das Selbstwertgefühl und das eigene Empfinden sexuell attraktiv zu sein. Wenn man diesen Zusammenhang verstanden hat, fällt es vielleicht auch einfacher, den Job früher zu verlassen und dem Privatleben einen angemessenen Raum zu geben. Dann kann der positive Kreislauf beginnen und sich weiter hochschaukeln, sich ein erfülltes Sexleben, eine erfüllte Partnerschaft mit einem erfüllten Berufsleben miteinander verbinden. Viel Spaß!

Persönlichkeit 4.0

Sind wir dem digitalen Leben (schon) gewachsen?

Wir steuern nicht mit vollem Tempo darauf zu – wir sind schon mitten drin im digitalen Leben. Doch sind wir darauf vorbereitet? Was brauchen wir als Mensch, um in dieser digitalen Welt zu bestehen?

Wie oft hast Du heute schon Dein Smartphone in der Hand gehabt, ohne zu telefonieren? Wie viel Prozent Ihrer Zeit verbringen Sie online und wie verändert sich unser Privatleben, unser Job und Selbstverständnis als Arbeitskraft durch die digitale Revolution?

Unbeschränkte Möglichkeiten

Digitalisierung erleichtert unser Leben, macht vieles steuerbarer, schneller, aber auch technischer und manchmal einsamer. Vieles, wofür man früher Spezialisten benötigte, kann man heute selbst erledigen. Als Spezialist*in verliert man so möglicherweise sein Selbstverständnis und seine vertraute Rolle und muss sich auf die Suche nach einer neuen begeben. Unsere Persönlichkeit ist so auch im Wandel. Was man früher mit anderen besprach, kann heute von überall aus allein erledigt werden – oder sogar ohne uns: Algorithmen helfen uns bei der Partnersuche, bei der Portfoliozusammenstellung, bestellen unsere Einkäufe. Vieles geht leichter und vermeintlich schneller.

Unser Miteinander verändert sich. Unsere Möglichkeiten und unser Entscheidungsspielraum wachsen und mit ihnen die persönliche Verantwortung für Erfolg und Misserfolg. Unsere Bedürfnisse und Handlungen werden über moderne Software transparenter – unser Leben dadurch bequemer, aber auch marktgesteuerter.

Zwischen Können und Wollen

Wir können (fast) alles, aber was wollen wir? Arbeitswelt und Privatleben verquicken sich immer mehr. Trotz aller technischen Erleichterungen entsteht nicht der Eindruck, dass wir Zeit gewinnen. Statt dessen scheint sich alles immer schneller zu drehen. Für die Frage, was wir wollen bei all dem Können, bleibt oft keine Zeit.

Wie digital will ich sein

Wir können den digitalen Wandel nicht aufhalten. Doch gemacht von uns Menschen – bestimmen wir ihn maßgeblich mit. Mit unseren Entscheidungen, unserem täglichen Griff zum Handy, zur App. Wir entscheiden, ob wir unsere Freunde im wahren Leben treffen oder auf Facebook. Noch sind wir als Gesellschaft zu sehr mit der Digitalisierung beschäftigt, als uns mit ihren Folgen für unser Zusammenleben zu beschäftigen und den persönlichen Konsequenzen, die sich daraus ableiten. Noch sind wir es selbst, die wir uns um unser Wohlergehen kümmern müssen. Eine App kann das unterstützen, in dem sie unsere Schritte zählt oder den Grad unser psychisches Wohlbefindens auswertet und zu steigern versucht. Doch zur Zeit muss noch jede und jeder Einzelne von uns ihren ganz eigenen Weg finden, gut mit diesen gewaltigen Veränderungen zurecht zu kommen – und für sich entscheiden, wie digitalisiert ihr Leben sein soll.

Einen weiteren Artikel zum Thema habe ich in der Berlinboxx im September/2018 veröffentlicht. Den Artikel finden Sie unter Berlinboxx